Hausgeburt? Ja oder nein?

Eine Erfahrung die Vertrauen stärkt

16.10.2015 07:21
von Barbara Stemmler
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Bildquelle: © Barbara Stemmler

Du suchst einen Ort, an dem du aus eigener Kraft, nach deinem inneren Rhythmus und aus deinem Gefühl des Vertrauens dein Kind zur Welt begleiten kannst?

Dann ist die Hausgeburt der Ort, der all das begünstigt.

Zu Hause gebären bedarf einer anderen Vorbereitung auf die Geburt: wie soll der Geburtsort aussehen? Was ist dir wichtig? Was brauchst du alles? Wer unterstützt dich dabei? Diese bewusste Auseinandersetzung aktiviert deine Selbstbestimmungskräfte, sie bringt dich in Kontakt mit deinen Ängsten, aber auch mit deinem Urvertrauen und in den Kontakt mit deinem Kind. Du lernst deiner Intuition zu vertrauen, deiner inneren Stimme und Wahrheit zu folgen. Deine Natur darf so zum Ausdruck kommen! Es gibt keine Verunsicherung von aussen, weil die eignen Räume Sicherheit geben und von aussen nichts negativ beeinflusst. Das Kind kommt in der Umgebung auf die Welt, die es von deinem Bauch aus kennt, in ein Willkommen, welches ihr als Eltern gestaltet.

Gehe DEINEN Weg - egal was andere sagen

Hausgeburten sind in unserem Land nicht die Regel, d.h. dass eine Entscheidung für eine Hausgeburt gegen die soziale Norm ist. Es braucht also Mut und Vertrauen für diesen Entscheid. Gerade weil die heutige Geburtsmedizin mit ängstigenden Bildern arbeitet und diese als Machtmittel einsetzt. Hebammen begleiten sicher durch die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett. Sie wissen um die natürlichen Prozesse und wie diese unterstützt und gefördert werden können. Eine Hausgeburt ist für eine gesunde Frau mit einer normalen Schwangerschaft nicht gefählich.

In der Schwangerschaft kann die Hebamme mit den Händen das Wachstum des Kindes aufzeigen. Sie kann zeigen, wie mit dem Kind in Kontakt zu kommen, wie es sich zeigen kann, damit die Mutter weiss, wie es ihm geht und wie es liegt. Die Hebamme kann alle Vorgänge während der Schwangerschaft erklären und weiss was gut tut. Hebammen nehmen auch Blut ab, kontrollieren den Urin und den Blutdruck. Bei Auffällikeitszeichen in der Schwangerschaft arbeiten sie mit Ärzten und Spitälern zusammen. 

Ist eine Wassergeburt möglich?

Um daheim im Wasser gebären zu können gibt es den Geburtspool, der sich einfach daheim aufstellen lässt. Alles was es sonst braucht für eine Hausgeburt, wie ein Mayahocker, Unterlagen, Binden und das Material für die Geburt nimmt die Hebamme mit. Hausgeburten sind im vertrauten Rahmen recht ruhig und ohne viel Aufregung. Damit kann das, was in der Frau passiert Raum einnehmen. Das Kind kann auf die Welt begleitet werden und in Frieden ankommen. Für Unterstützung sorgt auch eine zweite Hebamme, die zur Geburt dazu kommt. Danach wird die junge Familie gut versorgt mit Wärme, Nähe, Ruhe und etwas Nährendes. Von einer Geburt gibt es ein halber Kehrichtsack Abfall und eine Maschine Wäsche.

Was tun bei Komplikationen?

Von etwa 10 Hausgeburten müssen ungefähr zwei Frauen ins Spital verlegt werden. Meistens handelt es sich um lange Geburten, bei denen die Frauen müde und froh sind um eine medikamentöse Schmerzbehandlung. Davon kommen die Hälfte der Kinder spontan zu Welt. Damit bleiben die geburtsmedizinischen Interventionen gering. Wirkliche Notfallsituationen gibt es in der ausserklinischen Geburtshilfe sehr selten.

Unterstützung im Wochenbett?

Die Hebamme begleitet die Familie in den ersten Wochenbettagen. Sei unterstützt sie beim Stillen und in der Rückbildung. Diese Zeit ist daheim gut zu organisieren. Wer kocht und putzt? Wer schaut zu Kindern oder Tieren? Damit sich auch der Vater Zeit nehmen kann, ist es gut, vorgängig Verwandte, Freunde oder Haushaltshilfen für Koch-, Putz- oder Hütidienste anzufragen. Nach einer Hausgeburt können auch einige Tage im Geburtshaus verbracht werden.

Vorbereitung auf eine Hausgeburt

Eine optimale Vorbereitung auf die Geburt ist, seine eigenen Ressourcen zu kennen, seiner Intuition zu folgen, in sich Sicherheit zu spüren, seiner Körperlichkeit zu vertrauen und einen guten Kontakt zum Kind aufzubauen. Das lernst du in Geburtsvorbereitungskursen, wie Frau-Sein / Mutter-Sein. Dabei geht es, sich in einer Gruppe auszutauschen, sich zu stärken, zu spüren, sich selber und das Kind zu entdecken.

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Letizia

20:13

Und für diejenigen denen die Hausgeburt doch zu "krass" ist oder evt nicht so gut möglich weil man in einem MFH wohnt der soll doch ins Geburtshaus! Eine wahnsinns tolle Alternative :)

Christina

17:15

Nach zwei wunderbaren, natürlichen, selbstbestimmten Geburten im Geburtshaus, ist unser 3. Kind Zuhause zur Welt gekommen. Ich bin überzeugt, dass die Ruhe und Geborgenheit im eigenen Heim zur gelungenen Geburt beigetragen haben. Vor allem aber scheint mir die Eigenverantwortung und die gute Vorbereitung auf die Geburt wichtig. Am allerwichtigsten ist es, keine Angst zu haben. Dagegen hilft gut informiert zu sein und Achtsamkeitstraining. Ein unbeschreiblicher Stolz, Glücksgefühl und ein zufriedenes Baby sind der Lohn für das hierzulande abenteuerliche Unterfangen Hausgeburt!

Antwort von Bea Loosli

Herzlichen Dank für deinen wunderbaren Kommentar, welcher vielen Frauen Mut zur Eigenverantwortung gibt.

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