Muttermilch

Von Natur aus das Beste für ihr Kind

11.04.2016 10:35
von Chantal Häusler
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Bild: © Chantal Häusler

Zeit – viel Zeit. Wenn Sie Mama werden, verbringen Sie viel Zeit mit dem Stillen. Und genau das ist es, was Sie wirklich brauchen, nachdem Ihr kleines Wunder bei Ihnen angekommen ist. Zeit, einander und die Bedürfnisse ihres Kindes kennen zu lernen. Zeit zu lernen, was die neue Rolle als Mutter mit sich bringt.

Ihr Baby kennt keine Uhrzeit. Es hat noch einen kleinen Magen und benötigt viel wertvolle Nahrung für das Wachstum und die Reifung des Gehirns. Viele Neugeborene benötigen darum häufigere, kleinere Stillmahlzeiten. Tag und Nacht. Im ersten Lebensjahr machen die Kinder um die 8 Wachstumsschübe und Entwicklungssprünge durch. Es ist dann normal, dass sie plötzlich ganz häufig gestillt werden möchten. Das legt sich in den kommenden Tagen wieder und Sie werden merken, dass ihr Baby dann oft in seiner Entwicklung einen Schritt vorwärts gemacht hat.

Stillen sie darum ihr Kind, sobald es die ersten Hungerzeichen zeigt. Egal, wann Sie das letzte Mal gestillt haben. Einige Kinder haben ihre Mahlzeit in kurzer Zeit getrunken und sind satt, andere nehmen es lieber gemütlich und brauchen länger für eine Mahlzeit. Die Muttermilch passt sich in ihrer Zusammensetzung optimal den Bedürfnissen des Kindes an. Und mit jedem Schluck Muttermilch geben sie ihrem Kind wertvolle Abwehrstoffe mit auf seinen Weg.

Stillen ist jedoch noch viel mehr als nur Nahrung; Die Kinder beruhigen sich durch das rhythmische Saugen an der Brust. Das Baby ist müde und möchte schlafen -  begleiten Sie es stillend in den Schlaf. Es muss den ganzen Tag viele Eindrücke verarbeiten, helfen Sie ihm zwischendurch zur Ruhe zu kommen und Stillen Sie es. Ihr Kind hat sich erschrocken oder hat sich weh getan, trösten Sie es und beruhigen Sie es durch das Stillen. Sehr praktisch: Muttermilch hat man immer dabei, in der richtigen Temperatur, in der richtigen Menge und sie kostet nichts.

Haben Sie keine Angst, dass Sie durch das viele Stillen Ihr Kind verwöhnen. Wenn Ihr Kind soweit in seinem Reifeprozess ist, wird es Ihnen zeigen, dass es sich auch anders beruhigen kann. Je älter das Kind wird, um so mehr wird es auch Alternativen kennen lernen und selber ausprobieren, um sich zu beruhigen. Beim Stillen wenden Sie sich ihrem Kind absolut zu, gehen mit ihm in engen Kontakt, kräftigen das Band zwischen Mutter und Kind. Sie stärken so das Urvertrauen, was sich positiv auf das Selbstwertgefühl Ihres Kindes auswirken wird.

Aber nicht nur die Kinder profitieren vom Stillen. Studien beweisen, dass stillende Mütter ein niedrigeres Risiko haben, an Diabetes Typ 2 und Übergewicht zu erkranken. Auch das Risiko an Brust- und Eierstockkrebs sinkt, je länger die Stillzeit dauert.

Viele Mütter lassen sich von ihrem Umfeld rasch verunsichern, wenn es um das Thema Stillen geht. Wenn Sie ihr Kind nach Bedarf und bei den ersten Hungerzeichen stillen, werden Sie genug Muttermilch produzieren, um ihr Baby bis 6 Monate und länger ausschliesslich damit ausreichend ernähren zu können. Die Nachfrage regelt das Angebot. Die Abstände zwischen zwei Stillmahlzeiten variieren. Mal sind es 15 Minuten, mal sind es 5 Stunden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie den Bedarf Ihres Kindes mit ihrer Muttermilch nicht decken können, kontaktieren Sie sofort eine Stillberaterin. Versuchen Sie nicht selber mit Zufütterung von Tee, Wasser oder gar Pulvermilch das Problem zu lösen.

Informieren Sie sich, wo in ihrer Nähe die nächste Still- und Laktationsberaterin IBCLC oder LLL tätig ist. Freiberufliche Stillberaterinnen bieten oft auch Hausbesuche an. Drei Stillberatungen werden von der Grundversicherung Ihrer Krankenkasse immer übernommen. Die Liste der Stillberaterinnen finden Sie auf der Website www.stillen.ch

Manchmal tut es gut, sich mit anderen stillenden Mamis auszutauschen, sich verstanden zu fühlen. Besuchen Sie eines der Stilltreffen der La Leche League in ihrer Nähe. Die Informationen dazu finden sie auf der Website www.lalecheleague.ch. Auch eine Stillberaterin LLL können Sie bei Stillproblemen kontaktieren. Sie arbeiten ehrenamtlich.

Zu Beginn der Stillzeit haben viele Mütter mit wunden Brustwarzen zu kämpfen. Das richtige Anlegen muss geübt sein, ausserdem wird die Brustwarze jetzt viel beansprucht. Wenn Sie Schmerzen beim Stillen haben, suchen Sie umgehend eine Stillberaterin IBCLC auf. Lassen Sie sich das korrekte Ansetzen zeigen und lernen Sie Tipps und Tricks kennen, so dass Sie rasch wieder schmerzfrei Stillen können.

Auch Arbeiten und Stillen lässt sich wunderbar vereinbaren. Als Stillende haben Sie das Recht, Zeit gutgeschrieben zu bekommen um Muttermilch abzupumpen oder Ihr Baby zu Stillen. Kontaktieren sie sechs Wochen vor Arbeitsbeginn eine Still- und Laktationsberaterin IBCLC. Sie wird mit Ihnen die für sie optimale Vorgehensweise besprechen.

Die WHO empfiehlt ein ausschliessliches Stillen in den ersten 6 Lebensmonaten. Nebst der Beikost empfiehlt sich ein Weiterstillen nach Bedarf bis zum zweiten Lebensjahr und darüber hinaus. Gestillte Kleinkinder profitieren nebst von den Nährstoffen vor allem weiterhin von den Abwehrstoffen in der Muttermilch.

Blume
Sollten sich die Beschwerden innert einigen Tagen nicht verbessern bitten wir dich, eine Fachperson deines Vertrauens aufzusuchen. Unter Frauenheilkunde und/oder Gynäkologie findest du Frauenheilkundige in deiner Umgebung.

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