Die 4 Merkmale der weiblichen Fruchtbarkeit

Veröffentlicht am 24. Mai 2018, von Bea Loosli

Bei der Darstellung des natürlichen, weiblichen Zyklus (siehe hier) hast du bereits gesehen, welch wunderbares Spektakel pro Monat in uns Frauen mit dem Höhepunkt – dem Eisprung – stattfindet. Es ist viel los! Die Natur hat uns 4 erlernbare Merkmale mit auf den Weg gegeben, welche sich innerhalb eines Monatszyklus verändern. Mit etwas Zykluswissen fühlst, weisst und siehst du in Zukunft jeden Tag, ob du fruchtbar oder unfruchtbar bist.

Nicht nur unsere Fruchtbarkeit ist ein Wunder, sondern unser kompletter Körper mit allen seinen Funktionen, welche wir zu oft allzu selbstverständlich nehmen. Alles funktioniert «einfach so». Stell dir vor, wir müssten uns Tag und Nacht um ALLE Körperfunktionen kümmern – wir wären völlig überfordert oder wie man heute sagt: BURN OUT!

Was verändert sich pro Monat seit wir fruchtbar sind?

Körpertemperatur / Basaltemperatur
Wie du beim natürlichen, weiblichen Zyklus siehst, steigt unsere Körpertemperatur rund um den Eisprung markant an (zwischen 0,25 und 0,45 Grad). In der ersten Zyklushälfte, welche vom 1. Tag der Mens bis zum Eisprung dauert, ist die Temperatur eher tief. Wie es das Wort Eisprung schon sagt, springt auch unsere Körpertemperatur an und bleibt nach dem Eisprung in der Hochlage. Diese Erhöhung der Temperatur ist biologisch sinnvoll, denn das ist die Nestwärme, welche unseren Körper auf eine eventuelle Einnistung vorbereitet, damit dann das Nest schön warm ist, damit neues Leben wachsen könnte.

Hat in diesem Zyklus jedoch keine Befruchtung und Einnistung stattgefunden, bekommt unser Hirn Ende Monat das Signal, dass die Schleimhaut (Nährboden für das neue Leben) wieder abgelöst (Menstruation) und auch die Temperatur wieder gesenkt werden kann. Mit diesem Auf und Ab deiner Temperatur weisst du somit genau, wann deine nächste Menstruation kommt. Genial – oder?

Ich selber verhüte nun schon seit 20 Jahren mit der Temperaturmethode und es ist faszinierend zu beobachten, wie sich die Temperatur verhält. Bin ich im Stress, sehe ich anhand der uneindeutigen Temperaturkurve sofort, dass ich einen Gang zurückschalten sollte. Dein Zyklus bzw. deine Temperaturkurve ist ein Spiegel oder besser gesagt ein Seismograph deines Lebens.

Zervixschleim
Wenn wir Frauen natürlich verhüten, können wir während eines Monatszyklus eine Veränderung des Zervix-Schleims feststellen. Anfangs braucht es etwas Übung. Die Beobachtung des Zervix-Schleims stimmt meistens mit der Temperaturkurve überein. Nach der Menstruation schliesst sich der Muttermund und wir haben wenig Schleim-Aktivität. Der Schleim trocknet in dieser Phase sehr schnell auf dem Höschen und ist eher klebrig, zäh und weisslich.
Der Zervix-Schleim ist jener Schleim, welcher tagsüber im Höschen ist und nicht zu verwechseln mit dem Schleim, wenn du erregt bist oder unter permanentem Ausfluss leidest.

Je näher es zum Eisprung geht, desto mehr Zervix-Schleim wird produziert, denn darin können die Spermien bis maximal 5 Tage überleben. Aus diesem Grund können wir Frauen am Tag vom Eisprung und an maximal 5 Tagen vorher schwanger werden! Je näher es auf den Eisprung zugeht, desto mehr Schleim finden wir im Höschen und der Schleim wird feuchter und klarer.

Etwa 1–3 Tag vor und dann vor allem während des Eisprungs kann es sein, dass sich deine Vagina wie eingeölt und glitschig anfühlt, wenn du dich nach dem Toilettengang abwischst. Wenn du den Schleim auf dem WC-Papier oder vom Höschen nimmst, kann es sein, dass er ziehbar, spinnbar, durchsichtig wie Eiklar ist. Das ist dein Schleimhöhepunkt und die absolut hoch fruchtbare Phase deines Monats.

Nach dem Eisprung wird der Zervix-Schleim wieder weisslich, klebrig oder trocken. Wichtig ist auf jeden Fall, dass du eine Veränderung deines Zervix-Schleims feststellst. Es ist nicht bei jeder Frau gleich ausgeprägt – mach dir keine Sorgen.

Muttermund
Neben der Veränderung deiner Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) und deines Zervix-Schleims verändert sich auch dein Gebärmuttermund im Laufe eines Monatszyklus.

Damit du überhaupt schwanger werden kannst, müssen ja die Spermien zu ihrer Poleposition vor dem Eierstock gelangen, wo sie auf den Höhepunkt des Monats – den Eisprung – warten können. Eine reife Eizelle (dein persönlicher Vollmond) dauert nur 12–18 Stunden. Aus diesem Grund öffnet die Natur das Tor zum Leben (Gebärmuttermund) etwa ab 5 Tagen VOR dem Eisprung, damit die Spermien mit Hilfe des Zervix-Schleims überhaupt unser Tor zum Leben passieren und zu der reifen Eizelle schwimmen können.

Nach der Menstruation schliesst sich der Gebärmuttermund. Wenn du ihn dann ertastest, ist er hart und poppelig wie ein Nasenspitz oder wie eine Kirsche ohne Stiel. Je nach Zykluslänge öffnet sich das Tor zum Leben etwa ab dem 8. Zyklustag. Dann wird auch mehr Zervix-Schleim produziert. Wenn du ihn ab dem 8. Zyklustag jeden Tag ertastest, merkst du, dass er immer weicher und schlabbriger wird. Rund um deinen Eisprung herum ist er weich und offen.

Nach dem Eisprung schliesst sich das Tor zum Leben aber sehr schnell, denn es wird ja gehofft, dass eine Befruchtung stattgefunden habe. Der Gebärmuttermund ist auch eine Sicherheitsschleuse für das neue Leben, damit keine Bakterien hineingelangen. Somit ist es biologisch sinnvoll, dass der Gebärmuttermund nach dem Eisprung wieder geschlossen ist.

Dieses Wissen können sich Männer auch angewöhnen und die Ertastung des Gebärmuttermundes ins Vorspiel integrieren, damit sie selber ein BewusstSEIN bekommen, ob sich ihre Partnerin in der fruchtbaren oder unfruchtbaren Phase ihres Zyklus befindet.

Die Ertastung deines Muttermundes geht in vielen Positionen. Du kannst auch etwas Gleitgel oder Kokosöl benutzen. Du kannst ein Bein aufs WC stellen, du kannst in der Hocke oder im Liegen deinen Gebärmuttermund ertasten. Bei Frauen, welche noch nicht geboren haben, ist er zum Teil erst nach 6–9 cm ertastbar. Bei Frauen, welche bereits geboren haben und sich die Organe etwas gesenkt haben, kommt er zum Teil schon nach 2–4 cm.

Eisprung (LH) Hormon im Urin
Neben den oben erwähnten Merkmale gibt es noch ein Merkmal. Und zwar können wir im Urin (am besten Mittelstrahl vom Morgenurin) mit einem Ovulations-Stäbchen messen, ob das Eisprung Hormon (LH) bereits im Urin ist oder nicht. Gibt der Test an, dass das LH Hormon messbar ist, findet der Eisprung in den nächsten 24-36 Stunden statt.

Als mir mit 21 Jahren bewusst wurde, dass wir Frauen an maximal 5 bis 7 Tagen schwanger werden können, war für mich klar, dass ich nur noch auf natürliche Art und Weise in Zusammenarbeit mit der Natur sicher und ohne Nebenwirkungen verhüten möchte.

Möchtest du deinen Zyklus kennenlernen und hast du die hormonelle Verhütung bereits abgesetzt, kannst du alle diese Merkmale pro Monat ins myNFP APP eintragen, um überhaupt ein BewusstSEIN für deinen Zyklus zu bekommen.

Weiter Infos mit ganz vielen tollen Bildern findest du im Buch «Was ist los in meinem Körper?», welches ich allen Frauen & Männern empfehlen kann.

 

Bea Loosli

Gründerin & Inhaberin von Ladyplanet

Meine ungestillte Neugier dem natürlich Frau Sein im Einklang mit der Natur auf den Grund zu gehen, hat mich 2010 inspiriert, Ladyplanet ins Leben zu rufen.

Es liegt mir am Herzen, meine 19-jährige Erfahrung mit der natürlichen Verhütung sowie die Entdeckung der genialen Menstruationstassen authentisch, ohne Tabus und humorvoll mit den Frauen zu teilen. Nach so vielen Begegnungen mit Frauen empfinde ich die Themen Sexualität und Kinderwunsch als ebenfalls sehr wichtig, um auch hier tabulos Vorurteile und festgefahrene Situationen wenn möglich zum Wohl von allen aufzulösen.

Da ich lebe und liebe was ich an den öffentlichen Anlässen teile, finden immer mehr Frauen und Männer das Vertrauen zurück in die genialen Abläufe der Natur.

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