Die Mutter

Veröffentlicht am 20. März 2018, von Bea Loosli & Barbara Stemmler

Mit oder ohne eigene Kinder

Die Phase des Mutter-Seins ist ein Akt eines Schöpfungsprozesses in Form eigener Kinder und/oder eines beruflichen sowie sozialen Beitrags für diese Welt. Leider ist das Bewusstsein des Mutterwerdens als Schöpfung neuen Lebens in Vergessenheit geraten. Durch die Gebärmutter haben wir ein Stück Himmel auf Erden in uns drin. Wenn ein Kind in uns entsteht, gedeiht es unter dem Schutz der Planeten bis es reif ist, auf die Welt zu kommen. Damit neues Leben entstehen kann, braucht es wie in der Natur einen gesunden Samen, einen starken gesunden Nährboden und ein schützendes Nest. Mann und Frau stellen sich sozusagen zur Verfügung, neues Leben zu empfangen. Das Wunder der Befruchtung und Zellteilung sowie das Heranwachsen im Mutterleib geschieht «einfach so», gesteuert von der Natur. Wir sind der Nährboden für diesen Prozess.

Das heranwachsende neue Leben steht in der Gebärmutter unter einem besonderen Schutz vor äusseren, weltlichen Einflüssen. Wenn das Kind sehr klein ist, passt das Bild eines Meeres. Das Kind ist auf dem Meeresboden geschützt, auch wenn auf der Oberfläche hektische, stürmische Zeiten herrschen. Nur wenn der Sturm konstant anhält und es keine Verschnaufpause gibt, können die Wellen den Meeresgrund aufwühlen.

Versuche dich selber nicht zu vergessen

In dieser Lebensphase (Reproduktionszeit) stellen viele Frauen ihre eigenen Bedürfnisse komplett hinter dasjenige der Kinder, Familie und/oder der beruflichen Aufgabe. Trotzdem ist es wichtig, dass sich die Frau IHRE Zeit herausnimmt, damit sie sich selber und ihren Seelenplan, welcher weit über das Kinderhaben hinausgeht, nicht vergisst. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für den Vater – vergesst euch alle selbst nicht!

In keiner anderen Lebensphase kommst du derart an die Grenzen deiner Belastbarkeit, ohne fliehen zu können. Du wächst an diesen Grenzerfahrungen, findest zu mehr Ressourcen und gewinnst an unglaublicher Lebenserfahrung.

Falls du den Weg des Mutter-Seins wählst, erlebst du durch den Prozess der Geburt eine nie zuvor dagewesene Verbindung mit der Natur. Wenn wir Frauen uns der Natur hingeben können, kann die Natur so wirken, wie es zu deinem Wohl geplant ist.

Ich rede wie meine Mutter

Welche Eltern kennen es nicht: Auf einmal hörst du dich selber genau die gleichen Worte zu deinen Kindern sagen, wie sie deine Eltern zu dir gesagt haben. Viele nehmen es oft nicht wahr und leben und geben die alten Programme 1:1 weiter. Andere erschrecken und werden sich bewusst, was gerade für ein unbewusstes Programm abläuft. Wir alle werden in den ersten 7 Jahren sozusagen programmiert und vor allem in Stresssituationen ruft unser Unterbewusstsein diese alten Programme hervor. Sprich – viele Eltern reagieren im Streit oder Stress GENAU gleich wie ihre eigenen Eltern. Hier hast du die Möglichkeit, diese alten Programme anzuschauen und aufzulösen. Scheu dich bitte nicht, Hilfe von Aussen zu holen.

Lasst euch nicht beeinflussen

Vergiss nie – Stand heute wissen wir immer noch nicht genau, wie alt die Menschheit wirklich ist und woher wir ursprünglich kommen. Wenn wir von etwa 100'000 Jahren der Menschheit ausgehen, haben wir ungefähr 90'000 Jahre, von denen wir nicht wissen, in welcher Form und Gesellschaft die Menschen damals gelebt haben.

Vor ca. 8000-10‘000 Jahren gab es Kulturen, wo Mann & Frau in der schöpferischen Zeit (von 18-28 Jahren) Kinder empfangen haben. Die Frau suchte sich vor allem im Frühling (3 Monate zwischen der heutigen Fastnacht, den Ostern und des Maifests) über den Geruch den optimal passenden Partner für die Fortpflanzung aus. Dieser Partner war nicht zwingend als Lebens- und Erziehungspartner der Kinder gedacht. Die Kinder waren Teil der Sippe und vor allem die älteren und nicht mehr Vollzeit tätigen Menschen (im Alter von Grosseltern) nahmen sich mit ihrer grossen Lebenserfahrung und Geduld den Kindern an. Es ist auch enorm wichtig, dass die Kinder mehrere Lebensarten und -weisen mit auf den Weg bekommen.

Lebt eure eigene Form von Familie

Falls ihr als Eltern intuitiv wahrnehmt, dass ihr, so wie ihr lebt, nicht glücklich seid, ist es ein Aufruf von eurem Leben, etwas an eurer Situation zu ändern. Egal was andere Menschen sagen (Gesellschaft & Religion). Es ist kein einfacher Prozess. Sobald aber das Ego etwas ruhiger wird und ihr beide eurem Herzen folgt, kann sich für alle etwas Nährendes entwickeln.

Es gibt immer mehr Menschen, welche neue (alte) Lebensformen wählen und sich einer Genossenschaft, Wohn- oder Arbeitsgemeinschaft anschliessen (Schloss Clarisegg). Wohngemeinschaften von Müttern mit Kindern und/oder Väter mit oder ohne Kinder sind auch für den Geldbeutel und für die eigene Verwirklichung und ein gesundes Sexleben toll.

Vor allem in dieser schöpferischen Zeit, in der sich viele Menschen entscheiden Eltern zu werden, übernehmen sich viele Paare, da sie meinen, alles unter einen Hut bringen zu müssen. Deshalb gibt es genau in dieser Phase immer mehr Menschen mit Burnout. Vergesst nicht, eine Kleinfamilie ohne tägliche Unterstützung ist tendenziell so belastet, dass diese Lebensform oft zum Scheitern verurteilt ist.

 

Bea Loosli & Barbara Stemmler

Die Texte der neuen Website zu allen Mondphasen der Frauen sind in Zusammanrbeit mit der Hausgeburtshebamme Barbara Stemmler entstanden. Ich durfte von ihr und ihrem grossen Wissen sehr viel profitieren. Wir haben uns sehr gut ergänzt und jedes unserer Treffen war für uns beide eine gegenseitige Bereicherung im Frausein.

Weitere Infos zu Barbara und ihrer unglaublich wertvollen Arbeit an und mit den Frauen am Puls des Lebens findest du hier

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