Haarausfall nach dem Absetzen der Pille

Veröffentlicht am 2. Juli 2020, von Bea Loosli

 

Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich genau wegen der Pille Haarausfall bekommen habe. Meine Haare haben sich mit dem Einsetzen der Pubertät stark verändert. Als Kind hatte ich gerade Haare, nie sehr viele, aber schön gleichmässig und ich hatte nie Haarausfall.

Als die Mens einsetzte, bekam ich welliges Haar – ja, sogar Locken. Genauer gesagt, war es eher ein unkontrolliertes Gestrüpp auf dem Kopf. Ich empfand dieses Volumen jedoch als witzig. Mit knapp 16 Jahren begann ich mit der Pille. Die ersten 3 Jahre fühlte ich mich wohl damit und hatte keine Nebenwirkungen.

Ganzer Organismus durcheinander

Da ich in dieser Zeit immer wieder starke Angina-Infektionen hatte, musste ich oft Antibiotika nehmen. Ich erinnere mich noch, dass ich allergisch auf Penizillin reagiert habe. Nach dieser Krankheit war mein ganzer Organismus durcheinander und ich bekam zum ersten Mal Haarausfall. Es war ganz übel. Mein Volumen nahm ab und am Morgen hatte ich jeweils das ganze Kissen voller Haare. Ich fühlte mich, als hätte ich eine Chemotherapie durchlaufen. Der Horror! Der Haarausfall wurde immer stärker. Meine Gynäkologin wollte mir eine noch stärkere Pille gegen Haarausfall verschreiben. Ich wusste aber, dass die damalige Pille Diane 35 sehr stark war und entschied mich dagegen.

Generell kam ich in dieser Zeit zwischen 19 und 21 Jahren an den Punkt der Verzweiflung: Haarausfall und komplett zerstörte Vaginalschleimhäute. Wie ihr wisst, hatte ich das Leiden satt und folgte meiner Intuition. Ich wusste einfach, dass meine Beschwerden mit der Pille zu tun haben mussten und setzte im Alter von 21 Jahren die Pille ab.

Mineralstoffräuber

Ich machte eine Haarmineralanalyse – meine Mineralstoffvorräte waren natürlich völlig aufgebraucht. Während der hormonellen Verhütung sollte jede Frau ein sehr gutes Mineralstoffpräparat zu sich nehmen, denn statistisch ist das sogar bewiesen, dass Antibiotika und hormonelle Verhütung die grössten Mineralstoffräuber in unserem Körper sind.

Viele Frauen fallen nach dem Absetzten der hormonellen Verhütung in einen kompletten Mangelzustand. Ihr subtiles Hormonorchester wurde über Jahre unterdrückt und übersteuert, wie ich im Online Verhütungscoaching erkläre.

Nach dem Absetzten der hormonellen Verhütung weiss der Körper bzw. das Hormonorchester nicht mehr, was es zu tun hat. Viele Frauen leiden unter Eireifungs- und Eisprunghormonstörungn. Diese Störungen äussern sich oft mit Haarausfall, denn die Eireifung und der Eisprung haben einen wichtigen Einfluss auf den Haarfollikel.

Was kannst du tun?

Versuche dein Depot von Mineralstoffen und Eisen wieder ganzheitlich aufzufüllen. Mir persönlich hat diese Haarmineralanalyse sehr geholfen. Meine Tipps zum Thema Eisenmangel findest du hier....

Eine Kollegin von mir, welche nach der Geburt mit starkem Haarausfall zu kämpfen hatte, schwärmt von dieser Produkte-Kombination. Versuche jeweils mindestens eine 3-6 monatige Kur zu machen:

Kombination 1:

  • Bockshornkleesamen in Tablettenform
  • Burgerstein-Tabletten: Schwangerschaft & Stillzeit

Nicht erschrecken, wenn sich deine Ausdünstung etwas ändert. Die Bockshornklee-Tabletten riechen nach indischem Curry.

Da viele Frauen nach dem Absetzen der Pille zusätzlich unter Angstzuständen leiden, kann eine Kur mit Ashwagandha sehr gut nützen. Hier triffst du zwei Fliegen auf einen Schlag. Dieser indische Ginseng hilft super gegen Haarausfall und gegen Angstzustände.

Hirse in Form normaler Hirseflocken oder Braunhirsepulver für ins Müesli unterstützen die Haare ebenfalls super gut. Wie immer hilft auch meine geliebte Wild Mexican Yams-Wurzel gegen Haarausfall. Alle Infos hier...

Eher männliche Körperbehaarung

Ich muss jedoch zugeben, dass ich persönlich immer noch nicht ganz happy bin mit meinen Haaren. Ich leide immer noch unter Haarabbruch. Das heisst, sie wachsen zwar, aber brechen schnell wieder ab. Ich habe viele ungleichmässige Haare. Ebenfalls habe ich überall dort, wo ich keine Haare haben möchte, viel zu viele Haare, sprich, ich habe eine eher männliche Körperbehaarung. Wenn ich meine Mutter anschaue, weiss ich auch, woher ich das habe.

Wenn du «männlichen Körperhaarwuchs» googlest, landest du beim Begriff «Hirsutismus». Das ist die Bezeichnung für eine übermässige, männliche Körperbehaarung einer Frau. Dann landest du schnell beim Thema PCO (polyzystisches Ovar-Syndrom). Ja, einige Frauen haben dieses Syndrom nach dem Absetzen der Pille oder auch ohne Pille.

Ich weiss jedoch auch hier, dass wir diesen Zustand wieder ins Gleichgewicht bringen können. Es braucht Zeit und Geduld. Alles zum PCO Syndrom findest du hier. Es bedeutet nichts anderes, als dass dein subtiles Hormonorchester durcheinander geraten ist, meistens ausgelöst durch Stress.

Frau steht ihren Mann

Der liebe Stress bringt mehr durcheinander, als wir denken. Denn wenn wir zu viel im Stress sind, ist unsere Nebenniere permanent in Alarmbereitschaft und schüttet zu viel Cortisol und Adrenalin aus. Dies kann bei uns Frauen ebenfalls zu einer eher männlichen Körperbehaarung führen – schütteres Haar auf dem Kopf, dafür Bart- und Schnauzwuchs im Gesicht, und sonst überall am Körper. Damit habe auch ich zu kämpfen. Viele Frauen meinen heutzutage, dass sie «ihren Mann stehen müssen» und so sind unsere Rollen oft auch hormonell völlig aus der Balance geraten.

Seid achtsam, forscht, was euch gut tut und was nicht. Versucht (da bin ich auch noch dran) das natürlich Frausein zu leben. Auch wenn ihr aktive Ladies seid im Business und/oder mit Familie, versucht weiblich zu bleiben und öffnet euch dafür, Hilfe annehmen zu dürfen. Wir müssen nicht alles alleine «stemmen» und alles auf unseren Schultern abstützen, denn sonst brechen wir eines Tages zusammen, was niemandem etwas nützt. Es ist eine Kunst, in der heutigen Gesellschaft wahrhaftig Frau und Mann zu sein. Klar ist es toll, wenn viele Rollen aufgeteilt und getauscht werden, jedoch zu welchem Preis? Sich abzugrenzen und Nein sagen zu lernen ohne schlechtes Gewissen, wirkt Wunder.

 

Bea Loosli

Gründerin & Inhaberin von Ladyplanet

Meine ungestillte Neugier dem natürlich Frau Sein im Einklang mit der Natur auf den Grund zu gehen, hat mich 2010 inspiriert, Ladyplanet ins Leben zu rufen.

Es liegt mir am Herzen, meine 19-jährige Erfahrung mit der natürlichen Verhütung sowie die Entdeckung der genialen Menstruationstassen authentisch, ohne Tabus und humorvoll mit den Frauen zu teilen. Nach so vielen Begegnungen mit Frauen empfinde ich die Themen Sexualität und Kinderwunsch als ebenfalls sehr wichtig, um auch hier tabulos Vorurteile und festgefahrene Situationen wenn möglich zum Wohl von allen aufzulösen.

Da ich lebe und liebe was ich an den öffentlichen Anlässen teile, finden immer mehr Frauen und Männer das Vertrauen zurück in die genialen Abläufe der Natur.

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