Verhütung: Was empfehlen wir unserer Tochter?

Veröffentlicht am 7. Dezember 2020, von Bea Loosli

 

Eines Tages ist es soweit. Die Tochter verliebt sich und hat bereits die Menstruation. Dann können alle 1 & 1 zusammenzählen. Sie wird eventuell bald sexuell aktiv sein oder ist es bereits, und je nach Zyklustag ist sie dann fruchtbar. Spätestens dann ist es sinnvoll, über das Thema Verhütung zu sprechen.

Ab 12 Jahren entwickeln Kinder eigene sexuelle (erwachsene) Gefühle, was für die jungen Menschen sowie für die Eltern sehr befremdend sein kann. Die junge Person beginnt sich vermehrt zu schämen, zieht sich zurück und hüpft nicht mehr unbeschwert nackt durch die Wohnung (falls das je vorgekommen ist).

Es ist völlig natürlich und normal, dass sich ab dann weder Jugendliche noch Eltern gerne gemeinsam über ihre erwachsenen, sexuellen Gefühle und Erfahrungen austauschen. Klar ist es für eine Familie hilfreich, wenn die Themen Sexualität, Liebe, Verhütung, Menstruation und Schutz vor Geschlechtskrankheiten generell und schon vor der Pubertät keine Tabus sind.

Die meisten Jugendlichen tauschen sich mit Freunden aus, informieren sich übers Internet (Youtube, Google, Instagram, Pornos) und/oder erhalten in der Schule guten Aufklärungsunterricht.

Verhütungscoaching oder Wissen ist Macht

Falls den Eltern dieses Thema eher unangenehm ist, empfehle ich der Familie oder auch nur den Jugendlichen mein Online-Verhütungscoaching. In sehr einfachen Worten erkläre ich:

  • wann die Fruchtbarkeit einsetzt
  • was ein Zyklus bedeutet
  • wann eine Frau pro Monat überhaupt schwanger werden kann
  • welche Verhütungsmittel es gibt und wie sie wirken
  • und vieles mehr

Je mehr die Eltern und ihre jungen Erwachsenen über das Thema Fruchtbarkeit wissen, desto mehr Sicherheit haben sie in der Entscheidung bezüglich der passenden Verhütung.

Pille, Ring, Spirale oder gar keine hormonelle Verhütung?

Die meisten Jugendlichen erleben ihr erstes Mal mit einem Kondom. Mehr dazu hier...

Haben (junge) Frauen grosse Angst davor, schwanger zu werden, und haben sie noch kein Vertrauen in die natürliche Verhütung und in die Zyklus-Beobachtung, oder sind ihre Zyklen noch sehr unregelmässig, so greifen viele im Alter zwischen 13 und 18 Jahren zur hormonellen Verhütung.

Auch wenn ich persönlich hinter fast keinem dieser hormonellen Verhütungsmittel stehen kann, würde ich meiner Tochter für die erste hormonelle Erfahrung den Verhütungsring aus folgenden Gründen empfehlen:

  • «weniger» stark dosiert, da die Aufnahme der Hormone direkt von der Schleimhaut ins Blut geschieht.
  • Kann nicht vergessen werden.
  • Sobald sich die (junge) Frau schlechter fühlt, kann der Ring selbstständig entfernt werden.

Die meisten Pillen sind stärker dosiert, da sie durch den gesamten Magen-/Darm-Trakt und durch die Organe zirkulieren müssen, damit überhaupt noch genug von der Wirkung im Blut ankommt, um die Eireifung- und den Eisprung zu unterdrücken.

Falls die (junge) Frau jedoch stark raucht und/oder viel Alkohol trinkt oder in der Familie eine Gefäss-Gerinnungs-Störung bekannt ist, empfehle ich ein östrogenfreies Produkt wie eine reine Gestagen-Pille. Das Einsetzen von Hormon- oder Kupfer-Spiralen kann für (junge) Frauen traumatisch sein und deshalb rate ich davon ab.

Sollte die (junge) Frau sich für eine hormonelle Verhütung entscheiden, empfiehlt sich, täglich ein gutes Nahrungsergänzungsmittel mit Mineralstoffen zu sich zu nehmen, denn Antibiotika und hormonelle Verhütung sind die beiden grössten Räuber von Mineralstoffen in unserem Körper und es kann langfristig zu Mangelerscheinungen kommen.

Vorsicht bei starken Wesensveränderungen

Falls sich das Wesen der Tochter innerhalb kurzer Zeit stark verändert, bitte die hormonelle Verhütung absetzen, verlässlich mit Kondomen verhüten und die Chancen der natürlichen Verhütung mit dem Zyklus-Tracking nochmals in Erwägung ziehen.

Vorsicht bei folgenden Symptomen:

  • Sehr launisch bis hin zu Wesensveränderungen
  • Depressionen
  • Gewichtszunahme
  • Wiederkehrende Vaginalinfekte und Blasenentzündungen
  • Darmprobleme (vor allem beim NuvaRing)
  • Besenreisser
  • Lustlosigkeit
  • Schmerzen beim Sex
  • Migräne
  • Wenn seltsame Symptome auftreten, die vorher nicht da waren

Ich begann im Alter von 16 Jahren die Pille zu nehmen. Die ersten 3 Jahre gingen recht gut, ausser dass ich oft an Angina litt, jedoch waren meine Vaginalschleimhäute im Alter von 19 Jahren zerstört. Mit 21 Jahren habe ich nach 2 Jahren Leidensweg die Pille abgesetzt und verhüte seither erfolgreich pillenfrei. Meine Beschwerden sind wie weggeblasen.

Es ist möglich, bereits ab der ersten sexuellen Erfahrung mit guten Kondomen und Zykluswissen sicher und natürlich zu verhüten, jedoch sollen die Motivation und der Wille dazu direkt von der (jungen) Frau kommen.

Mehr Infos wie welches Verhütungsmittel wirkt findest du hier unterhalb der Zyklusbilder.

 

Bea Loosli

Gründerin & Inhaberin von Ladyplanet

Meine ungestillte Neugier dem natürlich Frau Sein im Einklang mit der Natur auf den Grund zu gehen, hat mich 2010 inspiriert, Ladyplanet ins Leben zu rufen.

Es liegt mir am Herzen, meine 19-jährige Erfahrung mit der natürlichen Verhütung sowie die Entdeckung der genialen Menstruationstassen authentisch, ohne Tabus und humorvoll mit den Frauen zu teilen. Nach so vielen Begegnungen mit Frauen empfinde ich die Themen Sexualität und Kinderwunsch als ebenfalls sehr wichtig, um auch hier tabulos Vorurteile und festgefahrene Situationen wenn möglich zum Wohl von allen aufzulösen.

Da ich lebe und liebe was ich an den öffentlichen Anlässen teile, finden immer mehr Frauen und Männer das Vertrauen zurück in die genialen Abläufe der Natur.

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