Wie, wann und wo messe ich meine Aufwachtemperatur?

Veröffentlicht am 29. Juli 2019, von Bea Loosli

Um sicher und natürlich verhüten zu können, hat uns die Natur die Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) geschenkt, welche sich im Laufe eines Zyklus verändert. In der 1. Zyklushälfte, welche von der Mens bis VOR dem Eisprung dauert, ist diese Temperatur eher tief. Wie durch ein Wunder springt die Temperatur während des Eisprungs nach oben und bleibt in der 2. unfruchtbaren Zyklushälfte NACH dem Eisprung konstant hoch, denn das ist die Nestwärme.

Falls du befruchtet worden bist beim Eisprung, MUSS dein Körper zu einem bequemen, warmen Nest umgebaut werden. Habt ihr euch gut geschützt und du bist nicht schwanger geworden, senkt sich diese Temperatur wieder ab, wenn die nächste Menstruation eintrifft. Einfach der Hammer, diese Natur – oder?

Wenn du alle hormonellen Verhütungsmittel abgesetzt hast, kannst du nun direkt nach dem Erwachen – bitte noch im Liegen – unter der Zunge mit dem Fühler eines Zykluscomputers oder einem Basalthermometer deine Aufwachtemperatur messen.

Vaginal messen ist passé

Früher mussten die Frauen mit den alten Fiebermessern, welche aus Quecksilber bestanden, 3–5 Minuten lang vaginal messen. Leider kursieren heute immer noch solche Empfehlungen im Internet, welche schlicht nicht mehr aktuell sind. Alle modernen Mess-Sensoren sind so ausgerüstet, dass wir bequem unter der Zunge messen können. Ich mache das nun schon 19 Jahre lang so und es funktioniert wunderbar.

Bitte nicht zuerst aufstehen, aufs WC gehen und dann messen – dann bitte AUSLASSEN!

Sofort messen

Gewöhne dir an, dass du deine Temperatur misst, sobald du das erste Mal nach einer Tiefschlafphase von 3–5 Stunden oder mehr erwacht bist. Wenn z.B. der Wecker deines Partners früher ertönt und du erwachst – bitte messen und weiter dösen, bis du aufstehen musst.

Beispiel:

Du gehst um 23.00 Uhr ins Bett. Um 01.00 Uhr musst du nochmals aufs WC, dein Partner kommt nach Hause, oder das Kind braucht den Nuggi etc., bitte dann noch nicht messen. Ich messe meistens ab 4.30 / 05.00 Uhr – denn nachher schlafe ich meistens nicht nochmals 3 oder mehr Stunden im Tiefschlaf, sondern döse noch etwas, bis mein Wecker läutet.

Zurück aus dem Land der Träume

Wenn ich am Wochenende ausschlafen kann, habe ich festgestellt, dass ich trotzdem meistens zwischen 07.00 und 09.00 kurz erwache – ich messe dann und döse wieder weiter. Nimm diesen Moment, wenn du vom Traum zurück auf die Erde in den Körper kommst, das ist der ideale Moment, deine Aufwachtemperatur zu messen.

Alles zum Thema Schichtarbeit findest du hier.

Bitte lasse die Messung aus, wenn du:

  • Viel zu viel getrunken hast und mit einem Hangover erwachst. Zuviel Alkohol erhöht die Temperatur. Zu viel heisst, wenn du wirklich merkst: Mir geht es übel und es war viel zu viel. Wenn du dich gut fühlst und sozusagen nicht mal merkst, dass du etwas getrunken hast, kannst du messen. Ich war zwischen 21 und 30 sehr viel im Ausgang und habe oft am Samstag- und am Sonntagmorgen nicht gemessen. Ich wusste natürlich trotzdem, an welchem Zyklustag ich war, ob ich VOR dem Eisprung war, wo ich aufpassen musste, oder ob ich bereits NACH dem Eisprung war, wo ich nicht mehr schwanger werden konnte.
  • Antibiotika nehmen musst – erhöht wie zu viel Alkohol die Temperatur.
  • dich bereits fiebrig und krank fühlst.
  • sehr schlecht geschlafen hast und alle 1–2 Stunden wach gelegen hast.

Basaltemperatur ist nicht gleich gefühlter Körpertemperatur

Bitte beachte, dass diese Aufwach- bzw. Basaltemperatur NICHTS mit der gefühlten Körpertemperatur zu tun hat. Es kann sein, dass du im Sommer schweissgebadet erwachst, deine Aufwachtemperatur misst und es dir «nur» 36.05 Grad anzeigt, wenn du noch vor dem Eisprung bist.

In diesem super Buch «Was ist los in meinem Körper?» ist alles zum Thema Temperaturmessen wunderbar beschrieben und mit guten Zeichnungen und Zyklusbeispielen dokumentiert.

 

Bea Loosli

Gründerin & Inhaberin von Ladyplanet

Meine ungestillte Neugier dem natürlich Frau Sein im Einklang mit der Natur auf den Grund zu gehen, hat mich 2010 inspiriert, Ladyplanet ins Leben zu rufen.

Es liegt mir am Herzen, meine 19-jährige Erfahrung mit der natürlichen Verhütung sowie die Entdeckung der genialen Menstruationstassen authentisch, ohne Tabus und humorvoll mit den Frauen zu teilen. Nach so vielen Begegnungen mit Frauen empfinde ich die Themen Sexualität und Kinderwunsch als ebenfalls sehr wichtig, um auch hier tabulos Vorurteile und festgefahrene Situationen wenn möglich zum Wohl von allen aufzulösen.

Da ich lebe und liebe was ich an den öffentlichen Anlässen teile, finden immer mehr Frauen und Männer das Vertrauen zurück in die genialen Abläufe der Natur.

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