Menstruationsschmerzen sind nicht normal – auch wenn wir gelernt haben, sie auszuhalten
„Das gehört halt zur Periode.“
„Nimm eine Schmerztablette, dann geht es schon.“
„Andere Frauen haben das auch.“
Wie oft hören junge Mädchen und Frauen solche Sätze, wenn sie erzählen, dass ihre Periode weh tut?
Menstruationsschmerzen sind gesellschaftlich so normalisiert worden, dass wir kaum noch hinterfragen, wie viel Schmerz während einer Periode eigentlich normal ist. Dabei haben zum Glück sehr viele Frauen keine oder nur leichte Beschwerden während ihrer Menstruation.
Natürlich kann sich der Körper rund um die Periode anders anfühlen. Viele Frauen sind etwas müder, brauchen mehr Ruhe, haben ein Ziehen im Unterbauch oder spüren, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht. Das allein ist noch kein Grund zur Sorge.
Etwas völlig anderes ist es jedoch, wenn du jeden Monat solche Schmerzen hast, dass du nicht aufstehen kannst, Schule oder Arbeit absagen musst, dich übergeben musst oder beinahe ohnmächtig wirst.
Schmerzen, die dein normales Leben regelmässig unmöglich machen, solltest du nicht einfach als „Teil des Frauseins“ akzeptieren.
Was passiert während deiner Menstruation überhaupt?
Während eines Zyklus baut sich die Gebärmutterschleimhaut auf und bereitet sich damit auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Findet keine Schwangerschaft statt, wird ein Teil dieser Schleimhaut in Form einer Periodenblutung abgestossen und über die Vagina ausgeschieden. Das ist deine Menstruation.
Damit dieser Prozess stattfinden kann, zieht sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammen. Diese Kontraktionen werden unter anderem durch sogenannte Prostaglandine beeinflusst.
Deshalb kann es während der Periode zu einem Ziehen oder auch zu krampfartigen Schmerzen kommen. Manche Frauen spüren diese Kontraktionen kaum, andere deutlich stärker. Typische Regelschmerzen können in den unteren Rücken oder in die Beine ausstrahlen und besonders zu Beginn der Menstruation stärker sein.
Das bedeutet aber nicht, dass jede Form von Schmerz einfach hingenommen werden sollte.
Welche Schmerzqualität hat deine Periode?
Diese Frage finden wir bei Ladyplanet wesentlich wichtiger als die Frage: „Hast du Regelschmerzen – ja oder nein?“
Denn Schmerz ist nicht gleich Schmerz.
Ist es ein dumpfes Ziehen? Ist es ein Krampf? Kommt der Schmerz in Wellen? Wird er nach Beginn der Blutung besser? Kannst du mit Wärme und Bewegung noch gut durch deinen Alltag gehen?
Oder ist es ein heller, reissender oder stechender Schmerz, der nicht aufhört? Musst du dich hinlegen, weil du nicht mehr stehen kannst? Wird dir übel oder musst du dich übergeben? Hast du Kreislaufprobleme oder wirst du sogar ohnmächtig? Musst du wegen deiner Periode regelmässig Schule, Ausbildung oder Arbeit absagen?
Das sind wichtige Unterschiede.
Und genau deshalb möchten wir Frauen dazu ermutigen, ihren Schmerz nicht einfach mit „Ich habe halt eine schlimme Periode“ abzutun.
Wenn du wegen deiner Periode nicht mehr aufstehen kannst, gehört das abgeklärt
Wenn Schmerzen so stark sind, dass sie dich regelmässig ausser Gefecht setzen, solltest du sie gynäkologisch abklären lassen.
Eine mögliche Ursache kann Endometriose sein.
Bei Endometriose befindet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnlich ist, ausserhalb der Gebärmutter. Die Erkrankung kann unter anderem starke Menstruationsschmerzen, chronische Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Beschwerden beim Stuhlgang oder Wasserlassen und bei manchen Frauen Schwierigkeiten beim Schwangerwerden verursachen.
Nicht jede Frau mit starken Regelschmerzen hat Endometriose. Und nicht jede Frau mit Endometriose hat dieselben Beschwerden.
Aber wenn dein Körper dich jeden Monat mit massiven Schmerzen aus deinem Alltag reisst, verdient das eine Abklärung.
Leider erleben wir immer noch, dass Frauen jahrelang hören, ihre Schmerzen seien normal. Gerade junge Mädchen glauben dadurch irgendwann, sie müssten sich einfach zusammenreissen.
Nein.
Du musst dich nicht jeden Monat mit einer Wärmflasche zusammenrollen, Schmerzmittel nehmen und irgendwie durch Schule oder Arbeit kämpfen, nur weil du menstruierst.
Du bist nicht verpflichtet, deinen Schmerz zu verstecken
Wenn du aufgrund deiner Menstruationsbeschwerden nicht arbeits- oder schulfähig bist, dann bist du nicht arbeits- oder schulfähig. Besonders bei einer diagnostizierten Endometriose sprechen wir nicht von „ein bisschen Bauchweh“, sondern von einer Erkrankung.
Sprich offen mit deinem Arbeitgeber, deiner Schule oder deiner Ausbildungsstelle darüber, wenn du regelmässig betroffen bist. Welche Nachweise beziehungsweise Arztzeugnisse bei einer Abwesenheit erforderlich sind, hängt in der Schweiz vom Arbeitsverhältnis, Arbeitgeber oder der jeweiligen Institution ab. Kläre deshalb konkret, welche Regelung bei dir gilt.
Und vor allem: Geh bei starken, wiederkehrenden Beschwerden zum Arzt oder zur Gynäkologin und lass sie abklären.
Krank zur Arbeit zu gehen macht dich nicht stärker. Schmerzen auszuhalten ist keine Leistung, für die du einen Preis bekommst.
Wir finden Vorbeugung genauso wichtig wie die Frage nach Schmerzmitteln
Bei Ladyplanet möchten wir nicht erst dann anfangen, wenn du bereits mit starken Krämpfen im Bett liegst.
Wir schauen uns den gesamten Zyklus an.
Bewegung und eine gute Durchblutung des Beckenbereichs können für manche Frauen wohltuend sein. Deshalb empfehlen wir beispielsweise regelmässige Bewegung und arbeiten gerne mit Hula-Hoop-Übungen. Gerade ab dem Eisprung kann es sinnvoll sein, Bewegung bewusst in den Alltag einzubauen, anstatt erst am ersten Blutungstag an den Zyklus zu denken.
Auch Wärme empfinden viele Frauen als sehr angenehm. Ein warmes Bad, eine Wärmflasche oder ein Wärmekissen können helfen, die Muskulatur zu entspannen.
Magnesium wird ebenfalls häufig im Zusammenhang mit Muskelentspannung und Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Wichtig ist dabei trotzdem: „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Präparat für jede Frau geeignet ist. Wenn du Medikamente einnimmst, Erkrankungen hast oder unsicher bist, solltest du dich in der Apotheke, Drogerie oder medizinisch beraten lassen.
Was wir bei Ladyplanet zusätzlich gerne einsetzen
Aus unserer langjährigen Erfahrung arbeiten wir bei Menstruationsbeschwerden auch gerne mit dem Himbeer-Knospen-Spray aus der Drogerie. Einige Frauen integrieren diesen über den gesamten Zyklus in ihre persönliche Routine.
Auch Schüssler Salz Nr. 7 wird traditionell bei krampfartigen Beschwerden eingesetzt. Hier ist uns wichtig, Erfahrung und wissenschaftliche Evidenz auseinanderzuhalten: Solche Mittel können Teil eines persönlichen Wohlfühlkonzepts sein, ersetzen bei starken oder ungewöhnlichen Schmerzen aber keine medizinische Abklärung.
Wenn die Beschwerden trotzdem stark sind, darf natürlich auch ein geeignetes Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Niemand muss Schmerzen aushalten, um besonders „natürlich“ mit seinem Zyklus umzugehen.
Eine weitere nicht-medikamentöse Möglichkeit ist ein TENS- beziehungsweise Elektroimpulsgerät wie Livia. Solche Geräte arbeiten mit elektrischer Nervenstimulation und können bei manchen Frauen dazu beitragen, dass Menstruationsschmerzen weniger stark wahrgenommen werden.
Auch hier gilt aber: Wenn du ohne solche Hilfsmittel jeden Monat kaum funktionieren kannst, möchten wir nicht nur den Schmerz ausschalten. Wir möchten wissen, warum er so stark ist.
Achte darauf, ob sich dein Schmerz verändert
Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn deine Schmerzen sehr stark, stechend oder reissend sind, über längere Zeit anhalten oder sich von Zyklus zu Zyklus verschlimmern.
Auch starke Übelkeit, Erbrechen, Ohnmacht oder Kreislaufprobleme solltest du nicht einfach hinnehmen. Dasselbe gilt für Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Stuhlgang oder Wasserlassen, für Schmerzen ausserhalb der Periode oder wenn deine Beschwerden dich regelmässig daran hindern, deinen normalen Alltag zu leben.
Solche Symptome können unter anderem bei Endometriose auftreten und sollten gynäkologisch abgeklärt werden.
Bei plötzlich auftretenden, aussergewöhnlich starken Schmerzen, Ohnmacht, sehr starken Blutungen oder wenn eine Schwangerschaft möglich ist, sollte nicht auf den nächsten normalen Termin gewartet werden, sondern zeitnah medizinische Hilfe gesucht werden.
Hör auf deinen Körper, anstatt deinen Schmerz mit anderen Frauen zu vergleichen
Vielleicht hatte deine Mutter starke Regelschmerzen. Vielleicht deine Schwester auch. Vielleicht erzählen dir deine Freundinnen, dass sie jeden Monat Schmerzmittel brauchen.
Das macht starke Schmerzen nicht automatisch normal.
Wir möchten bei Ladyplanet weg von der Vorstellung, dass Menstruieren zwangsläufig bedeuten muss, jeden Monat zu leiden.
Ein bisschen mehr Müdigkeit, ein Ziehen im Unterbauch oder das Bedürfnis nach Ruhe können dazugehören. Dein Körper arbeitet während dieser Tage und du darfst darauf Rücksicht nehmen.
Aber wenn dein Schmerz bestimmt, ob du aufstehen kannst, ob du zur Schule gehst, ob du arbeiten kannst oder ob du dein normales Leben führen kannst, dann möchten wir, dass du hinschaust.
Nicht irgendwann.
Nicht erst, wenn du einen Kinderwunsch hast.
Und nicht erst, nachdem du zehn Jahre lang gehört hast, dass das eben dazugehört.
Deine Periode darf spürbar sein. Sie sollte dich aber nicht jeden Monat aus deinem Leben werfen.
Und vor allem solltest du niemals das Gefühl bekommen, starke Schmerzen einfach aushalten zu müssen, nur weil du eine Frau bist.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Starke, zunehmende oder ungewöhnliche Menstruationsschmerzen sollten ärztlich beziehungsweise gynäkologisch abgeklärt werden.
Bea Loosli
Gründerin & Inhaberin von Ladyplanet
